Montag, 28. Juli 2014
Roti de bœuf avec chou rouge et pâtes
Roti de bœuf avec chou rouge et pâtes. Ein Synonym für Realität gewordener Alptraum.
Ich habe ja schon so einiges überstanden, aber diesmal – oooh! Oooh!

Aber fangen wir wie immer am Anfang an. Dort, wo ich mich mal wieder blamiert habe. Diesmal aber richtig.
Ich habe euch bereits erzählt, dass ich mit den Teilen des Rindes meine Probleme hatte. Aber wie übersetzt man etwas, von dem man nicht mal wusste, dass es existiert.
So kam es dann auch, dass Schaufel und Bug erstaunte Gesichter und Kopfschütteln hervorriefen.
Die Fehlrippe erstaunte sie noch mehr. Vielleicht hätte ich es nicht mit fehlender Rippe übersetzen sollen. Aber, wenn man nicht weiß, wovon man spricht….
Weil mich das Wort Dünnung an eine Darmerkrankung erinnert, habe ich erst gar nicht gefragt. Stellt euch mal vor, ich hätte die Damen und Herren gefragt, ob sie Durchfall haben. Non – manchmal ist es besser zu schweigen.

Zurück in den Feinkostladen. Maître Gayet hatte mir ein Stück Fleisch reserviert. Ein Stück! Er sagte, diesmal dürfe nichts schief gehen. Ich müsse das Fleisch am Stück braten.
Könnt ihr euch in etwa verstellen, wie mir zumute war? - Ja! So ungefähr! Der maître war nicht dazu zu bringen, mir noch ein weiteres oder besser zwei weitere Stücke zu geben. Er sagte nur, ich müsse jetzt da durch. Entweder es klappt oder es klappt nicht. Pizza wäre ja auch etwas Gutes.

Okay. Ich hatte mich schon mit dem Gedanken angefreundet, dass es abends Tiefkühlpizza gibt.
Lacht nicht! Auf der Packung steht immer drauf, bei wieviel Grad die Pizza wie lange backen muss. Das ist doch einfach. Das dürfte kein Problem werden.
Wenn doch, gibt es immer noch den Heimservice.

Schon wieder abgeschweift. Ihr erinnert euch sicher, dass ich unbedingt sehen wollte, wie ein Stück Rinderbraten im Kochbeutel aussieht.
Tja! Die Damen und Herren wussten ja bereits, dass ich das sehen wollte. Sie bekommen doch die Übersetzung meiner Beiträge.
Sie konnten es kaum erwarten, dass ich die Frage nach dem Kochbeutel stelle. Das habe ich dann auch. Diese Frage gestellt. Völlig unbedarft. Woher sollte ich denn wissen, dass es so etwas überhaupt nicht gibt.
Ich hoffe sehr, dass sich inzwischen alle wieder beruhigt haben. Es heißt doch, Lachen ist gesund. Glaubt mir, die Angestellten des Feinkostladens werden nie wieder krank.
Okay! Ich erzähle es euch. Maître Gayet saß der Schalk im Nacken. Er hatte eine Tüte Reis geöffnet und den Inhalt durch ein Stück Braten ersetzt. Garniert mit Rotkohl und Nudeln. Haha! Selbst ich habe verstanden, dass er mich auf die Schippe nehmen wollte.

Der Gemüsehändler gab mir einen riesigen Rotkohl. Er meinte, wenn er erst mal geschnitten im Topf liegt, könne nichts mehr schief gehen.
Tja! Monsieur Moreau, Sie haben sich geirrt! Und wie Sie sich geirrt haben.

Zuhause war dann der Anfang wie immer. Vorbereitungen zum Schutz meines Hauses. Vorbereitungen zum Kochen. Das erste lief wunderbar. Das zweite – naja!

Ich hatte Monsieur Internet um Rat gefragt, wie man einen Rotkohl kocht. Er hat auch geantwortet. Er hat mich mit Antworten überschüttet. Es war mir unmöglich, alle zu lesen. Nun gut – vielleicht hätte ich doch noch die eine oder andere Antwort lesen sollen. Vielleicht… aber dazu später mehr.

Zuerst blieb das Messer im Rotkohl stecken. Ich konnte ziehen und drücken. Nichts tat sich. Der Kohl hatte das Messer eingeklemmt und war nicht bereit, es wieder freizugeben. Vielleicht hat er geahnt, was auf ihn zukommt?
Mit Hilfe eines Entlastungsschnittes bekam ich das Messer wieder frei. Ich entfernte den Strunk weiträumig. Woher sollte ich wissen, wo der Strunk endet und das essbare anfängt? Da war so viel Weißes.
Ich dachte immer, beim Rotkohl ist alles violett. Aber non! Der hatte so weiße Dinger. Die habe ich kurzerhand entfernt. Da war dann nicht mehr viel Violettes. Nicht mehr viel, das man in feine Fäden schneiden konnte.
Mais non! Ich doch nicht! Ich habe die Küchenmaschine zu Hilfe genommen. Ich schneide doch keinen Rotkohl in feine Fäden. Ihr kennt doch meine feingeschnittenen Gemüse. Je länger ich schneide, umso größer werden die Stücke. Es sollten doch feine Fäden sein.
Okay! Ich gab die feinen Rotkohlfäden in einen „großen“ Topf und pellte Zwiebeln. Oui! Ich musste wieder pausieren! Oui! Die Augen tränten wieder! Die Pause zog sich etwas länger hin. Ich verband das unangenehme mit dem angenehmen und genehmigte mir einen Cappuccino.
Oh! Seid doch nicht immer so pingelig. Okay! Es waren zwei. Es war doch noch früher Nachmittag. Ich hatte zwar fest vor, endlich einmal pünktlich aufzutischen. Wenn der Braten um 15:45 Uhr im Ofen war, dann würde das Diner zeitnah serviert. Aber ein Cappuccino oder zwei….
Ich schälte Karotten, Lauch und Sellerie. Das Gemüse sollte in grobe Stücke geschnitten werden. Das war einfacher, als immer diese feinen Stückchen. Ging ganz schnell. Ehrlich!
Im Rezept stand nicht wie grob. Also, alles Auslegungsache.

Dann kam der Moment, vor dem mich bei jedem Event das blanke Grausen erfasst. Scharf anbraten! Das Fleisch meine ich.
Warum habt ihr kein Mitleid? Es war schrecklich. Dieses riesige Stück Rinderbraten oder besser gesagt, das Fleisch, das zum Braten werden sollte, wollte nicht scharf angebraten werden. Ich denke, es hatte sich schon auf Wellness eingestellt. Schließlich hatte ich es sanft trockengetupft. Ihr wisst doch: Julia Child!
Nun ja! Ich gab es in die Pfanne. Das Fett spritzte, das Fleisch wehrte sich und legte sich einen Schutzschild zu.
Aber es war nur auf einer Seite etwas – okay – stark überbräunt. Ich sag‘s doch immer wieder. Meine Zutaten lieben Wellness.
Ich schnitt das Überbräunte ab und spendierte dem Fleisch ein Wellnessbad. Es sollte nur sanft baden. Bräunen konnte es sich im Backofen.
Bleiben wir beim Wellness und nennen es Sonnenbaden. Ihr wisst doch, wie Leute aussehen, die zu oft und zulange im Solarium waren. Haltet den Gedanken fest. Ihr braucht ihn noch, um meine Ausführungen besser zu verstehen.

Damit das Fleisch sich nicht einsam fühlte, legte ich die Zwiebeln und das Gemüse zu ihm. Es könnte sein, das das Fleisch danach etwas unter Platzangst litt. Es war ziemlich eng in der Pfanne. Ihr wisst schon, das Gemüse, die groben Stücke. Halbierte Karotten sind wohl doch zu grob und beanspruchen viel Platz.
Nach einer Weile gab ich die Bouillon hinzu und stellte die Pfanne in den Backofen. Ich lag noch gut in der Zeit. Wer will denn um 18 Uhr dinieren? 19 Uhr hört sich doch auch gut an. Wellness dauert eben etwas länger.

Jetzt hatte ich Zeit, das größte Chaos zu beseitigen. Meine Perle hat mir mit Kündigung gedroht.
Aber für zwei weitere Cappuccino nahm ich mir Zeit. Das Chaos lief nicht davon. Leider!

Irgendwann war es dann an der Zeit, den Rotkohl auf den Herd zu stellen. Tja! Wenn ich auch nur Ansatzweise geahnt hätte, was da kurze Zeit später auf mich zukommen würde, ich hätte die Tür hinter mir zugezogen und nie wieder geöffnet.
Im Rezept stand, man solle den Rotkohl in Butter dünsten. Wie dünstet man in Butter? Ich bräune in Butter alles an. Okay! Ich überbräune. Ich verwandele Butter in gelbe Brühe mit Flocken. Aber in Butter dünsten?!? Ich kann nicht mal in Wasser dünsten.
Ich gab Butter in den Topf und schaltete den Herd ein.
Okay! Es dauert immer eine Weile, bis die dicken Böden meiner Supertöpfe sich aufgeheizt haben. Aber dann!
Nennen wir es mal so. Es war eine Verknüpfung unglücklicher Umstände.
Der Boden des Topfes heizte sich auf. Das war noch okay. Allerdings brauchte die Butter, die ganz oben auf dem, in feine Fäden geschnittenen, Rotkohl lag, etwas zu lange, bis sie geschmolzen und auf dem Boden angekommen war.
Also, es lag an der Butter. Sie hätte sich ja etwas beeilen können.
Jedenfalls verträgt Rotkohl keine direkte Hitze. Kann ich definitiv bestätigen. Er ist nicht nur empfindlich. Er ist überempfindlich. Dabei hat er so feste, harte Blätter. Da könnte man doch meinen – also ich habe mehr von ihm erwartet.
Aber, man lernt nie aus. Und diese Lektion war hart.
Okay! Der Boden des Topfes erhitzte sich. Die Butter schmolz nicht schnell genug und der Kohl bräunte sich. Zu diesem Zeitpunkt hoffte ich noch, dass es so sein sollte.
Tja! Sollte es nicht! Als die ersten Buttertröpfchen den heißen Boden erreichten, wollten sie sich nicht verbrennen und sprangen aus dem Topf. Sprich, binnen kurzer Zeit spritzte mir die Butter um die Ohren. Heiße Fettspritzer sind sehr unangenehm. Heiße Butterspritzer sind es auch.
Ihr müsst das verstehen. Ihr seid, was das Kochen angeht, mehr oder weniger Profis. Ob als gelernter Koch, Hobbykoch oder Hausfrau (von der man doch erwartet, dass sie kochen kann). Oui! Bei euch wird es auch mal spritzen (Louis! - das Fett!). Aber ich erlebe das erst seit kurzem und auch nur einmal die Woche. Ich bin noch nicht daran gewöhnt.

Ich muss mal kurz abschweifen. Neulich, in einem Restaurant, fragte ich den chef de cuisine, wie er das aushält. Immer diese Fettspritzer. Er meinte nur, dass man sich mit der Zeit daran gewöhnt. Verbrennungen und Blasen gehörten zum métier.

Okay! Zurück zu meinen Blessuren. Ich koche noch nicht lange und habe auch nicht die Absicht, das nach Ende der Wette fortzusetzen. An Fettspritzer will ich mich erst gar nicht gewöhnen. Aber sie waren nun mal da. Und wie sie da waren.
Sie trieben mich vom Topf weg. Sie wollten es nicht anders. So nahm das Schicksal seinen Lauf.

Es läutete! Meine Gäste waren eingetroffen. Ich führte sie in den Salon und überließ sie Baron de Rotschild. Etwas small talk und es ging zurück in die Küche.
Dort hatte sich inzwischen die Verknüpfung unglücklicher Umstände fortgesetzt.
Der Kohl überbräunte, überbräunte stark. Die Butter spritzte. Der Kohl hatte nicht den Hauch einer Chance, in Butter zu dünsten.
Zu den Fettspritzern gesellte sich Rauch, der immer dichter und dunkler wurde. Schließlich war es nur noch Rauch. Der Rauchmelder gab die schrillsten Töne von sich. Mit dem Mut der Verzweiflung nahm Juan-Pablo den Topf vom Herd.
Mich quälte inzwischen ein Asthmaanfall, der mich für einige Zeit Schach matt setzte. Der Rauchmelder schrillte immer noch. Jetzt ist er kaputt! Merci Manuel!

Das liest sich jetzt, als hätte ich stundenlang dem Treiben im Topf zugeschaut. Mais non! Das spielte sich innerhalb kürzester Zeit ab.
Dabei summte und quietsche der Kohl doch Anfangs so vergnügt im Topf.

Als ich meiner Freundin Mary von meinem neuesten Kochevent berichtete, meinte sie, ich wäre besser im Versuchslabor der XY-Werke aufgehoben. Dort könnte ich mich austoben. Sämtliche Utensilien würden am Ende eines jeden Versuchs entsorgt und es käme dort auch niemand auf die Idee, die Versuchsergebnisse zu verspeisen.
Merci! Mon amie! Je suis heureuse d'avoir une amie comme toi.

Okay! Schon wieder abgeschweift. Nachdem mein Asthmaanfall vorüber war, stand ich ohne Rotkohl da. Roti de bœuf avec chou rouge et pâtes sans chou rouge. Rinderbraten mit Rotkohl und Nudeln, ohne Rotkohl. Das war nicht gut. Gar nicht gut!
Ich rief im Feinkostladen an. Dort hatte man nur noch chou rouge im Glas. Non! Das ist kein Rotkohl vom Discounter. Das Zeug ist sündhaft teuer. Von einem berühmten Sternekoch kreiert und mit Champagner verfeinert.
Eine halbe Stunde später brachte ein Bote vier kleine Gläser. Juan-Pablo fragte, ob er den Inhalt des Glases erwärmen sollte oder ob ich es allein schaffe.
Tja! Beim Anblick von vier Gläsern chou rouge, kann man schon mal auf den Gedanken kommen, dass Hilfe von Nöten sei.

Der Kohl sollte nur erwärmt werden. Nicht kochen! Stand auf dem Etikett.
Tja! Hätte ich doch nur Juan-Pablos Hilfe angenommen. Oder einfach mal das kleingedruckte auf dem Etikett zu Ende gelesen.
Ich gab den Rotkohl in einen Topf und etwas Wasser hinzu. Dann kümmerte ich mich um die Nudeln. Da mal wieder ein sehr schlechter Tag war, setzte ich all meine Hoffnung in sie.
Ich wollte die Nudeln ins Wasser geben, als der Kohl anfing zu schießen. Binnen Sekunden war das Umfeld des Topfes mit violetten Sprenkeln übersät. Diesmal war ich schlauer. Ich legte den Deckel auf den Topf und nahm ihn vom Herd.
Wow! Beim Blick in den Topf war ich erleichtert. Nichts überbräunt. Aber auch nicht mehr als Rotkohl erkennbar. Mehr so eine sämige Masse.
Also! Nächstes Glas! Wer lesen kann und es auch tut, ist im Vorteil. Ich las also das kleingedruckte auf dem Etikett. Erwärmen!
Okay! Ich erwärmte den Kohl, gab die Nudeln ins Wasser und nahm den Braten aus dem Ofen.
Beim Anblick des Bratens fielen mir meine sämtlichen Sünden ein. Ich hatte vergessen, den Braten zu wenden und Bouillon nachzugießen. Die angegebene Garzeit war bei weitem überschritten.
Aber was da in der Pfanne lag, war nicht verkokelt. Schwamm in einer Mischung aus Bouillon und verkochtem Gemüse.
Wenn man mit Bouillon nicht zu sparsam umgeht, kann das manchmal von Vorteil sein.

Ich nahm den Braten aus der Pfanne. Wow! Wo war das Fleisch geblieben? Es war geschrumpft. Ich wickelte ihn in Alufolie und ließ ihn ruhen.
Das Gemüse sollte man in die flotte Lotte geben. Tja! Monsieur Internet sei Dank! Ich hatte so einige Vorstellungen, was die flotte Lotte sein könnte. Aber ein Passiergerät! Vielleicht benannt nach der flotten Lotte. Vielleicht ein leichtes Mädchen. Leicht zu haben. Leicht zu bedienen (ich meine jetzt das Passiergerät). Meine weiteren Gedanken, bezüglich der flotten Lotte (ich meine jetzt das leichte Mädchen) möchte ich nicht wiedergeben. Sie sind zu schlüpfrig.
Okay! Ich nenne keine flotte Lotte mein eigen. Ich schüttete das Bouillon-Gemüsegemisch in ein Sieb. Rührte ein bisschen mit dem Löffel darin herum und fand, dass es gut war.
Jetzt musste die sauce mit Mehl gebunden werden. Kollektives Aufstöhnen! Ihr habt ja so recht! Es war zum Stöhnen. (Non! Louis – nicht solch ein Stöhnen.)
Der nächste Alptraum. Ich öffnete die Tüte, nahm einen Löffel aus der Schublade, stieß gegen das Sieb, es kippte und die zermatschte Gemüsemischung landete wieder in der sauce. Ich wollte das Sieb noch festhalten, stieß dabei die Mehltüte um und der Inhalt ergoss sich in die Schublade. Es staubte und alles war weiß. Ich stand inmitten des weißes Chaos und dachte nur: „Mon Dieu! Sie wird kündigen!“
Der Pieper ertönte. Die Pasta war fertig. Der Rotkohl aufgewärmt. Und ich stand inmitten einer, von Mehl eingestäubten, Küche.
Nun galt es, zu retten, was zu retten war. Ich nahm den Rotkohl vom Herd. Goss das Wasser der Pasta ab und stellte einen neuen Topf mit Wasser auf den Herd. Wenigstens meine Pasta soll schmecken. Da der Rotkohl abgekühlt wäre, bis ich die sauce zubereitet hätte, nahm ich Glas Nummer drei und erwärmte den Inhalt.
Ich schütte die Gemüsemischung nochmal durch das Sieb. Dabei lief es über und ein bisschen Gemüsemischung landete in der Flüssigkeit. Was soll’s. Irgendwann gibt der Klügere nach und lässt das Zeug, wo es ist.
Ich wollte aus dem bisschen Mehl, das sich gnädigerweise noch in der Tüte befand, eine homogene Masse herstellen.
Was soll ich sagen. Klümpchen an Klümpchen. Die Dinger waren durch nichts zu bewegen, sich mit dem Wasser zu einer homogenen Masse zu verbinden. Genervt gab ich auf.
Wozu hortet meine Perle im Vorratsschrank eine Packung mit dem Aufdruck Soßenbinder.
Wenn ihr jetzt denkt, das wäre ja so einfach, lasst es besser! Ihr wisst doch, hier koche ich!
Da stand auf der Verpackung, man nehme soundso viele gehäufte Esslöffel auf soundso viel Flüssigkeit.
Woher sollte ich wissen, wieviel Flüssigkeit in der Schüssel war.
Ich erwärmte die Flüssigkeit, gab die Pasta ins heiße Wasser, rührte den Rotkohl um und schüttete etwas Soßenbinder in die warme Flüssigkeit.
So weit so gut! Dachte ich! Die Flüssigkeit begann zu kochen und wurde immer fester.
Tja! Ich weiß wie man Fliesenkleber mischt, aber Soßenbinder…. Ich gab etwas Wasser hinzu und weiteres Wasser und noch ein bisschen mehr, bis die sauce als solche zu erkennen war.

Ich schnitt den Braten auf. Jetzt kommen wir zurück zu den Sonnenbank gegerbten. So ungefähr müsst ihr euch den Braten vorstellen. Außen! Wie die Gegerbten innen aussehen, weiß man doch nicht!
Mein Braten war, wie soll ich sagen, etwas gräulich innen. Ich meine jetzt die Farbe des Bratens.
Der Pieper ertönte ein weiteres Mal. Die Pasta war fertig. Al dente! Wunderbar.
Ich gab den Rotkohl in ein Sieb, damit die Flüssigkeit abfließen konnte. Dann richtete ich die Teller, bat meine Gäste zu Tisch, machte das obligatorische Foto und servierte meinen Gästen das Essen.







Ich war geschafft. Meinen Gästen gefiel ihre, mit Mehl bestäubte Gastgeberin. Wenigstens etwas.
Ich hatte zwar meine Kleider, so gut es eben ging, gesäubert, meine Schuhe an der Küchentür ausgezogen, aber trotzdem hinterließ ich eine weiße Spur.
Mon Dieu! Sie wird mich erschlagen, bevor sie kündigt.

Kommen wir zur Beurteilung des Essens. Es war nicht überpfeffert. Das ist doch schon mal eine gute Nachricht. Leider war das Fleisch ungewürzt. Ups!
Es war trocken und hatte kaum noch Geschmack.
Die sauce hatte noch einen Hauch von Geschmack nach Gemüse und Bouillon.
Der Rotkohl schmeckte nicht schlecht, war aber leider nicht frisch gekocht. Glas ist Glas. Frisch ist frisch.
Die Pasta war wunderbar. Ich wusste, ich kann mich auf sie verlassen.

Juan-Pablo meinte, wenn ich kein Vegetarier wäre, würde er mich zum Essen einladen und mir sein roti de bœuf servieren. Dann wüsste ich, wie es aussehen und schmecken muss.

Ich habe die Kritik weggesteckt. Berührt hat sie mich nicht. Ich werde nie wieder roti de bœuf zubereiten. Warum sollte ich mich deshalb aufregen.

So ging dann endlich dieser schreckliche Tag zu Ende.
Ich gab wie immer mein Bestes beim Kochen. Es war wie immer nicht gut genug.

Nun habe ich wieder eine Woche Ruhe, bevor ich die Küche ein weiteres Mal in ein Schlachtfeld verwandele.

Jetzt sind es noch 34 Events. Ich weiß nicht, wie ich sie überstehen werde. Aber ich werde es versuchen.